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Wissenswertes über Oberrüti (aus
WIKIPEDIA)

Es wird angenommen, dass das Dorf im 8. oder 9. Jahrhundert von
eingewanderten Alamannen
gegründet worden ist. Im Jahr 1236 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung
von Ruty in einem Schutzbrief des Papstes an das
Kloster Engelberg.
Der Ortsname stammt vom
althochdeutschen
(ze riuti) und bedeutet «bei der Rodungsstelle».[3]
Bereits 1231 war ein Freiherr von Rüthi als Stifter des Klosters
Frauenthal
verzeichnet. Die Freiherren, ein
Ministerialengeschlecht
der Habsburger,
verschwanden jedoch in der Mitte des 14. Jahrhunderts und von ihrer
Burg ist nichts erhalten
geblieben. Inhaber der
hohen
Gerichtsbarkeit und der Landesherrschaft waren die Habsburger, die das
Dorf dem Amt Meienberg
zuteilten. Die erste Kirche datiert von 1265. 1415 eroberte
Luzern das Amt Meienberg,
musste es aber 1425 an den gemeinsamen Besitz der
Eidgenossen
zurückgeben. Aus den eroberten Gebieten wurden die
Freien Ämter
gebildet, eine
Gemeine Herrschaft. Die
niedere
Gerichtsbarkeit gehörte seit Mitte des 14. Jahrhunderts den Herren von
Hünenberg, danach
dem Kloster in Kappel
am Albis. Sie wurde schliesslich 1498 an die Stadt
Zug verkauft. Die
Zuger konnten dadurch einen grossen Einfluss auf das Dorf ausüben, obwohl es
rechtlich gesehen zum gemeinsamen Besitz der Eidgenossen gehörte. Dies
führte häufig zu Kompetenzstreitigkeiten. Auch die Pfarrherren stammten
stets aus Zug. An der Reuss wurde
Gold gewaschen, die
Vorkommen waren allerdings um 1630 erschöpft. Im März 1798 marschierten
die Franzosen in die
Schweiz ein und riefen die
Helvetische
Republik aus. Oberrüti gehörte zum Distrikt
Muri im kurzlebigen
Kanton Baden. Die
helvetische Verfassung von 1802 sah die Zugehörigkeit zum
Kanton Zug vor, doch
Napoléon Bonaparte
verfügte im Februar 1803 den Anschluss an den Kanton Aargau.
Brücke über die Reuss, Oberrüti im Hintergrund 1869 wurde die
Aargauische
Südbahn gegründet, um einen Anschluss an die sich in Bau befindende
Gotthardbahn zu
schaffen. Nachdem die direkte Linienführung von
Sins nach
Cham früh aufgegeben
worden war, sahen die Pläne einen Bahnhof weit abseits des Dorfes auf der
gegenüberliegenden Seite der Reuss vor. Doch Oberrüti setzte sich
erfolgreich dafür ein, dass die Reussbrücke zwei Kilometer weiter südlich
gebaut wurde. Dadurch kam auch der Bahnhof viel näher beim Dorf zu liegen.
Der Abschnitt Muri–Rotkreuz
konnte schliesslich am 1. Dezember 1881 eröffnet werden. Viele
Jahrhunderte lang
mäandrierte
die Reuss sehr stark und trat mehrmals über die Ufer. Nach einer besonders
verheerenden Überschwemmung im Jahr 1911 beschloss der Kanton eine
Flusskorrektion, die jedoch erst in den 1930er Jahren beendet werden konnte.
Bis in die 1950er Jahre wurde fast die gesamte Reussebene trockengelegt. Ein
kleiner Rest des ehemaligen Feuchtgebietes steht heute unter
Naturschutz. Bis
weit ins 20. Jahrhundert hinein blieb Oberrüti ein kleines Dorf, das
hauptsächlich von der Landwirtschaft lebte. Viele Jahrzehnte lang stagnierte
die Bevölkerungszahl. Doch dann sorgten die Eröffnung der Autobahn
A14 in
unmittelbarer Nähe sowie die Nähe zu den Agglomerationen von
Luzern und
Zug für einen
Wachstumsschub. Das Dorf entwickelte sich zu einer Wohngemeinde und die
Bevölkerungszahl stieg seit 1970 um fast das Dreifache.
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